Die neue PSP im Test Special

Inzwischen ist die neue "Slim & Lite" PSP bereits offiziell erhältlich. Wir haben uns natürlich sofort von Sony ein Testgerät geschnappt, um die neue Version der PlayStation Portable ausführlich zu testen.

Als erstes sticht einem natürlich im direkten Vergleich mit dem alten Modell die leicht verminderte Tiefe der neue PSP ins Auge. So wurde die Dicke um knapp 5 Millimeter vermindert – von 23.2 mm auf 18.6 mm. Die restlichen Abmessungen blieben bis auf minimale Unterschiede gleich, so dass sowohl das Display als auch sämtlichen frontalen Funktionstasten ohne Veränderung übernommen werden konnten. Damit liegt auch die "Slim & Light" Version äusserst gut in der Hand und selbst Spieler mit grossen Händen erreichen problemlos alle Tasten ohne einen Fingerkrampf zu riskieren.

Die grösste äusserliche Veränderung bemerkt man aber erst, wenn man sowohl die alte als auch die neue Ausführung gleichzeitig in beiden Händen hält. Das Gewicht des Handhelds wurde nämlich um über 30 Prozent von 280 auf 190 Gramm reduziert. Diese Gewichtsreduktion macht sich gerade bei längerer Spielzeit wirklich positiv bemerkbar, so dass sich in den Armen merklich länger keinerlei Ermüdungserscheinungen ergeben.

Das geringere Gewicht wird dabei durch hauptsächlich drei Faktoren erreicht: Weniger verbautes Metall, kleinerer Akku und ein verändertes UMD-Fach. Der modifizierte UMD Einschub öffnet sich nicht mehr länger auf Knopfdruck, sondern muss "von Hand" geöffnet werden. Der Metallkäfig, in welchem die Disc bei der bisherigen PSP Platz fand wurde durch eine deutlich schlankere, aber dennoch stabile Halterung ersetzt. Dafür wird die UMD beim öffnen des Laufwerks nicht mehr direkt ausgeworfen, sondern muss manuell aus der PlayStation Portable genommen werden. Da das Fach sich aber weiter öffnen lässt (Öffnungswinkel gute 30 Grad anstelle der bisherigen 12 Grad), stellt der UMD-Wechsel in der Praxis jedoch keinerlei Probleme dar.

Aufmerksame Leser werden sich sicherlich bereits beim Lesen des obigen Abschnittes ihre Gedanken zum erwähnten, kleineren Akku gemacht haben. Wie bei allen Akkus gilt natürlich auch bei der PSP: Je kleiner, desto weniger Leistung. Und tatsächlich bringt die neue Stromversorgung "nur" 1200 mAh, während die bisherige Batterie 1800 mAh Leistung hatte. Da die abgespeckte PSP jedoch im Gegenzug auch weniger Strom frist, wird die Laufzeit nicht negativ beeinflusst. Mit einer Akkuladung lässt sich somit genau wie beim alten Modell rund 4 Stunden Dauerzocken. Der grössere Akku kann übrigens in die kleinere PSP eingesetzt werden, steht aber durch die üppigere Form aus dem Gehäuse hervor, wodurch sich die Batterieklappe verständlicherweise nicht mehr anbringen lässt.

Am Design und der Position einiger Knöpfe wurde ebenso etwas geschraubt. So befindet sich der WLan-Schalter nun links neben dem UMD-Fach (dort, wo früher die Taste zum Auswurf der Disc sass) und die Lautsprecher wurden direkt über das Steuerkreuz bzw. die vier Aktionstasten nach oben verschoben. Bestand die Rückseite von Sonys Hosenmatz bisher aus einem anderen, matteren Plastik als die Front, ist die "Slim & Lite" Version nun rundum mit dem glänzenden Material verkleidet. Kartoffelchips- oder Frittenfingern sollten also besser einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten, wenn ihr das schöne Äussere der PSP nicht völlig mit unansehnlichen Fingerabdrücken verunstalten möchtet.  

Der Anschluss des Netzgeräts blieb gleich. Verändert wurde jedoch die Buchse für die Kopfhörerkabel-Fernbedienung. So können zwar die bei der alten PSP mitgelieferten Kopfhörer problemlos angeschlossen werden, die Fernbedienung ist jedoch nicht mit dem neuen Anschluss kompatibel. Dies liegt hauptsächlich daran, dass der Stecker auch als Video-Ausgang Verwendung findet. Dank dieses zusätzlichen Video-Out-Anschlusses könnt ihr Videos, Bilder und Filme vom Memory Stick oder UMD sowie Spielsoftware direkt auf dem Fernseher zuhause geniessen. Die Ausgabe erfolgt wahlweise über den altbekannten AV-Anschluss oder per Komponenten Kabel, welches auch HDTV fähig ist. Die entsprechenden Strippen liegen der PSP jedoch nicht bei und müssen separat erworben werden. Wer nicht auf den Luxus verzichten möchte, beim Musikhören die Tracks via Fernbedienung im Kopfhörerkabel zu wechseln, muss das entsprechende Kopfhörerset ebenfalls separat erstehen

Gleichermassen fehlen beim Packungsinhalt der "Slim & Light" PlayStation Portable der beim bisherigen "Value Pack" mitgelieferte 32 MB Memory Stick, das Staubtuch sowie das äusserst praktische, vor unnötigen Kratzern schützende Etui. Leider lässt sich selbiges momentan auch nicht einzeln erstehen. Glücklicherweise gibt es aber bereits von diversen Drittherstellern passende Etuis, die qualitativ problemlos mit dem Sony-Original mithalten können.

Das fehlende Zubehör kann man Sony angesichts des Kaufpreises jedoch kaum übel nehmen, denn die "Slim & Light" Version ist mit 259 CHF bzw. 169 Euro rund 50 CHF bzw. 30 Euro billiger als der Vorgänger mit allem Zubehör.

Im Menü der kleineren PSP finden sich bis auf die Konfiguration des neuartigen Video-Ausganges eigentlich kaum echte Neuerungen. Einzig die System-Einstellungen offenbaren zwei neue Konfigurationspunkte: USB-Aufladung und UMD-Cache. Während Ersterer die optional mögliche Aufladung des Akkus über die Stormversorgung eines USB-Kabels aktiviert, wird bei Letzterem die verbesserte Zwischenspeicherung ein- bzw. ausgeschaltet. Durch dieses neue Feature werden von der UMD abgerufene Daten in einem Cache abgelegt und können bei erneuter Verwendung ohne UMD-Zugriff direkt aus diesem geladen werden. Bei gewissen Spielen, die regelmässig wieder dieselben Daten von der UMD lesen wollen, konnten wir merklich kürzere Ladezeiten feststellen (ein Beispiel dafür ist das erst kürzlich erschienene Worms: Open Warfare 2). Jedoch ist dies nicht bei allen Games der Fall. Bei GTA: Vice City Stories machen sich beispielsweise keine kürzeren Ladezeiten bemerkbar, da die gesamte Spielwelt ständig von der UMD nachgeladen werden muss und deshalb logischerweise kaum zweimal hintereinander der gleiche Speichersektor der UMD abgefragt wird.

Abschliessend können wir ohne zu zögern sagen, dass die neue "Slim & Lite" PSP dem alten Modell in absolut nichts nachsteht. Im Gegenteil: Das kleinere Gewicht macht den Handheld noch portabler und neue Funktionen wie der Video-Ausgang oder das UMD-Caching stellen durchaus sinnvolle Ergänzungen der Hardware dar. Wer noch keine PlayStation Portable besitzt, seine bisherige bereits zu Tode gespielt hat oder schlicht bei neuen Geräten einfach nicht widerstehen kann, greift deshalb unbesorgt zum neuen Modell! Etwas bedauerlich ist aber, dass zusammen mit dem Gewicht und dem Preis auch der Umfang des mitgelieferten Zubehörs deutlich gesenkt wurde. So werden frischgebackene PSP-Besitzer wohl gerade das schützende Etui vermissen.

Eingetragen von jh
am 13.09.2007 12:24
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