
Pro Evolution Soccer 6
Pro Evolution Soccer 6 Test / Review
Seit unserem Test der PS2-Version sind nun doch einige Wochen vergangen, bis Konamis Kickerei für die PSP bei uns eintraf. Schon zum zweiten Mal erscheint damit eine Umsetzung der besten Fussballsimulation für Sonys Handheld – und um es kurz zu machen: Alles, was der Serie auf der PlayStation 2 zu Ruhm und Ehre bei allen Fussballfans verhalf, findet sich auch auf der portablen Konsole wieder.
Die Steuerung geht auf der PlayStation Portable ebenso gut wie mit dem Dual Shock 2 Pad von der Hand. Wer sich schon öfters mit der PES-Serie beschäftigt hat, wird sich selbstverständlich sofort heimisch fühlen. Wirklich beachtlich ist dies insbesondere, da sich fast die gesamte Menge der beinahe unüberschaubaren Finessen der eingängigen, aber trotzdem komplexen Kontrollen auf der UMD wieder finden. Hardwarebedingt fehlen euch jedoch die unteren Schultertasten (R2/L2) des PS2-Pads, welche für die meisten Tricks wie lässige Lupfer oder spektakuläre Dribblings benötigt wurden. Das vermeintliche Problem wurde durch eine sinnvolle Mehrfachbelegung gelöst: Durch mehrfaches Drücken der entsprechenden Schultertaste in Kombination mit einer Richtung aktiviert ihr jeweils die Zweitfunktionen. Dadurch werden Profis in ihren vom Konsolenvorbild gewohnten Möglichkeiten kaum eingeschränkt.
Glücklicherweise nahmen sich die Entwickler die Kritik an den zu nahen Kameraeinstellungen des Vorgängers zu Herzen und bieten euch bei PES 6 standardmässig eine Weitwinkel-Perspektive. So behält man auch auf dem vermeintlich kleinen PSP-Display stets die nötige Übersicht, um mit seiner Elf entsprechend vorausschauend zu agieren. Dies ist angesichts der wirklich beachtlichen KI der CPU-Kontrahenten auch bitter nötig. Wie auf der PS2 zaubern diese teilweise wirklich beachtliche Spielzüge auf den Platz, so dass auch fortgeschrittene Spieler bei Partien gegen den Computergegner nicht unterfordert sind. Ebenso überzeugt auch die KI eurer Mitspieler, welche sich deutlich intelligenter als die FIFA-Kameraden verhalten.
Mehrspielerduelle sind nur über eine lokale Verbindung mit zwei Spielern möglich. Wer also hoffte, auch auf der PSP auf dem Feld gegen den Rest der Welt antreten zu dürfen, wird leider enttäuscht. Bedauerlicherweise benötigt man für den Mulitplayerspass auch wiederum zwei UMDs, da die nützliche Game Sharing einmal mehr von den Entwicklern vernachlässigt wurde. Findet ihr jedoch einen zweiten, fussballbegeisterten PSP-Besitzer, wird sich dieser wohl nach einem Probespiel schnell zu einem Kauf überreden lassen. Und ab dann steht etlichen Mensch-gegen-Mensch Partien nichts mehr im Weg.
Grafisch gibt sich das Spiel ebenfalls kaum eine Blösse und sorgt mit geschmeidigen Animationen sowie wunderbaren Spielermodellen für staunende Gesichter. Aus der spielerisch empfehlenswerten Weitwinkelsicht gehen die meisten Details jedoch leider aufgrund der Auflösung des Displays etwas unter. Umso schöner anzusehen sind die Replays, welche die gesamte Pracht der Optik erst richtig zur Geltung bringen – die Spieler lassen sich selbst aus einiger Entfernung anhand der Gesichter noch deutlich zu erkennen. Natürlich muss man aber im direkten Vergleich zum PS2-Pendant gewisse Abstiche in Texturqualität und Detailreichtum in Kauf nehmen. Dies zeigt sich jedoch hauptsächlich Abseits des Spielfelds bei den Stadien und Zuschauern. Ab und an entdeckt man kürzere Slowdowns, wenn sich beinahe das gesamte Kader beider Mannschaften vor einem Tor aufhält – dies hätte zwar noch ausgebessert werden sollen, den Spielablauf stören die kleinen Framerateeinbrüche aber nie wirklich.
Game Info
- Genre: Sport
- Entwickler: Konami
- Publisher: Konami
- Spieler offline: 2
- Releasedatum: 03.12.2006 (erschienen)



