Final Fantasy Tactics: The War of the Lions

Final Fantasy Tactics: The War of the Lions Test / Review

Die Veröffentlichung von Final Fantasy VII schlug in der Videospiele-Industrie zweifelsfrei hohe Wellen und noch heute gilt der 1997 erschienene Ableger als der mit Abstand beliebteste Teil der langen Rollenspiel-Serie. Leider gingen ob der entstandenen Euphorie viele andere Titel der damaligen Zeit unter, so auch das wenige Monate später veröffentlichte Final Fantasy Tactics, welches trotz positiver Kritiken in Japan und Nordamerika nie den gewünschten Erfolg verbuchen konnte, weshalb man sich wohl gegen ein Erscheinen in europäischen Händlerregalen entschieden hatte. Fast ein Jahrzehnt später erreicht auch uns Europäer die Gelegenheit in der Form eines Remakes für Sonys PSP, endlich Hand an den verschmähten Klassiker zu legen; ein Remake,

Die epische Handlung von Final Fantasy Tactics: The War of the Lions folgt den Erzählungen des Historikers Arazlam Durai, der mit Hilfe alter Schriftstücke die Wahrheit über die Geschehnisse nach dem 50 jährigen Krieg im Königreich Ivalice, sowie die Rolle des jungen Lord Ramza aus dem Hause Beoulve zu rekonstruieren versucht. Denn Hinter den Kulissen herrschte nach dem Tod des Königs von Ivalice, welches bereits Schauplatz von anderen Square Titeln wie Vagrant Story und Final Fantasy XII war, ein Ringen um den Platz des Regenten, bis ein rechtmässiger Erbe für des Königs Thron bestimmt wurde. In das finstere Treiben um Macht, Korruption, Mord und Entführung wird unweigerlich auch Ramzas Familie hineingezogen, doch der idealistische Adelsmann sagt sich von seinem Stammbaum los und schliesst sich einer Gruppe von Söldnern an. Jahre später holt ihn sein Schicksal jedoch wieder ein, als sein totgeglaubter Jugendfreund Delita vor seinen Augen die mögliche Thronerbin Prinzessin Ovelia entführt und Ramza wird mehr und mehr zu einer Schlüsselfigur im Krieg der Löwen.

Die grösste Neuerung gegenüber dem Original ist hierbei die komplett überarbeitete, englische Übersetzung, die dem Plot dank einem deutlichen Hang zum Altenglischen eine enorme Tragweite verschafft. Zudem haben sich die Entwickler die Zeit genommen, besonders relevante Szenen in wunderschön gerenderten Zwischensequenzen mit einem handgezeichneten Look wiederzugeben. Diese glänzen zudem mit einer hervorragenden Synchronisation, die sich deutlich am seriösen Ton von Final Fantasy XII orientiert. Einziger Wermutstropfen ist allerdings, dass der Titel ohne deutsche Übersetzung daherkommt, weshalb sich Anfänger insbesondere aufgrund der komplexen Dialoge und oft Shakespear-haften Wortwahl schwer tun werden.

Ist die Geschichte auch packend und tiefschürfend, getoppt wird sie ohne Zweifel vom hervorragenden Kampfsystem, welches die Spielbarkeit von üblichen Strategie-Rollenspielen mit  typischen Elementen der Final Fantays Reihe, nicht zuletzt dem komplexen Job-System, vermischt. Zu Beginn jedes Kampfes wählt ihr aus euren Rängen eine Hand voll Recken aus, mit denen ihr in den kleinen, isometrischen Arenen gegen feindliche Krieger und wilde Tiere antreten wollt. Das jeweilige Terrain spielt dabei nicht selten eine genauso entscheidende Rolle über Sieg oder Niederlage wie ein ausgewogener Einheitenmix, da zerklüftete Felswände und zerfallene Häusermauern eure Bewegungsfreiheit und Angriffseffektivität einschränken können, was ein taktisches Vorgehen unerlässlich macht.

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Game Info

  • Genre: Rollenspiel
  • Entwickler: Square Enix
  • Publisher: Koch Media
  • Spieler offline: 2
  • Releasedatum: 01.10.2007 (erschienen)

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