
Medal of Honor Heroes 2
Medal of Honor Heroes 2 Test / Review
Glücklicherweise streuen die Entwickler immer wieder kurze Zwischenaufgaben ein, die den Fokus etwas vom monotonen Versteckspiel hinter Kisten zu verlagern vermögen und den Spielfluss gehörig aufpeppen. Unter anderem greift ihr euch gelegentlich ein Scharfschützengewehr und gebt euren Kameraden Feuerschutz, bombardiert feindliche Stellungen mit Mörsergranaten oder bemannt MG-Nester, um die kurz darauf anmarschierende Angriffswelle niederzumähen. Nicht ganz so spassig sind hingegen manche Abschnitte, die ihr unter Zeitdruck absolvieren müsst und insbesondere der letzte Abschnitt im Spiel ist mit einer so knappen Limite bemessen, dass ihr nach der xten Wiederholung die meisten Gegnerpositionen blindlings kennen dürftet und trotzdem nur mit Glück durch die Passage kommt.
Dabei gewinnt die künstliche Intelligenz eurer Kontrahenten keinen Blumentopf, ignoriert sie den Spieler doch gerade zu Beginn recht häufig und rennt lieber auf vorgescripteten Pfaden hin und her, bleibt gar auf offenem Feld sitzen und schaut sich die deutsche Flora an oder streckt nach vorgegebenen Mustern den Kopf hinter der Barrikade hervor, was es euch wiederum ein leichtes macht, selbigen zielsicher anzuvisieren. Ihr tut dies mit einer reichen Auswahl zeitgemässer Schiessprügel wie der Thompson, dem Sturmgewehr 44 oder dem äusserst empfehlenswerten Springfield Scharfschützengewehr, wobei ihr leider zu Beginn jeder Mission mit einen vorgegebenen Argumentationsverstärker plus Pistole sowie einer Handvoll Granaten in die Schlacht geschickt werdet. Handgranaten sind für Gruppen von gut eingegrabenen Gegenspielern insbesondere eine gute Lösung, da die Computergegner die kleinen Spassbällchen für gewöhnlich zu ignoriert pflegen.
Alles in allem bleibt der Einzelspieler-Modus recht unspektakulär, weiss aber zu weiten Teilen zu unterhalten, auch wenn er vom Spieldesign her den Konsolen- und PC-Shootern um Jahre hinterherhinkt. Im Multiplayer sticht vor allem die maximale Spielerbegrenzung von 32 Personen die der Infrastruktur-Modus zu bieten hat, positiv heraus, wobei ihr im AdHoc Verfahren immerhin noch mit 7 Mitspielern euer Unwesen auf den sechs Karten treiben könnt. Diese sind thematisch den Szenarien der Kampagne nachempfunden, sind aber allgemein gut aufgebaut und garantieren insbesondere mit genügend Spielern actionreiche Partien. Als Spielmodi stehen euch allerdings nur die Klassiker Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag zur Verfügung, was in Kombination mit der nicht gerade berauschenden Anzahl Maps schnell repetitiv werden kann.
Auch technisch gibt sich Medal of Honor Heroes 2 unspektakulär, doch die meist etwas triste und detailarme Umgebung, verwaschenen Texturen und gelegentliche Clipping-Fehler wirken sich kaum negativ auf den Spielspass aus. Ärgerlicher sind da die teils ruppigen Animationen, die ein genaues Zielen nicht selten stark erschweren, doch das allgemein stimmungsvolle, wenn auch wenig originelle Leveldesign überzeugt zu weiten Teilen durch fantasievolle Pfade und die Bildrate bleibt bis auf wenige Ausnahmen äusserst stabil. Auch akustisch tut sich Heroes 2 keine Blösse und liefert die für Medal of Honor typische Kombination aus authentischen Waffensounds und orchestral-patriotischer Musikuntermalung. Die Missionsbriefings glänzen durch eine trockene, aber solide Darbietung, während die Kampfschreie eurer Kameraden und Feinde gewohnt gekünstelt klingen und sich zu häufig wiederholen.
am 10.12.2007 11:22
Fazit
Wertung
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: EA LA
- Publisher: Electronic Arts
- Spieler offline: 8
- Spieler online: 32
- Releasedatum: 22.11.2007 (erschienen)



