
Disgaea: Afternoon of Darkness
Disgaea: Afternoon of Darkness Test / Review
Attackiert ihr hingegen den selben Gegner mehrmals hintereinander mit euren Leuten, sorgen Combopunkte für zusätzlichen Schaden, was bei den teilweise recht fordernden Auseinandersetzungen nicht selten essentiell sein kann. Stellt ihr eure Krieger ausserdem in Gruppen nebeneinander, habt ihr die Chance, Team-Angriffe auszulösen, bei denen umstehende Charaktere mit ins Geschehen eingreifen, ohne ihren eigenen Zug aufzubrauchen. Dies ist insbesondere eine nützliche Methode, um neugewonnene Mitglieder in windeseile hochzustufen, ohne zu den müssigen Anfangsmonstern zurückkehren zu müssen.
Während in anderen Rollenspielen eure Level-Anstrengungen meist bei der magischen 99 ihr Ende finden, treibt es Disgaea, wie in allen Dingen ins Extreme und lässt euch erst bei Stufe 9999 an eure Grenzen stossen. Doch dies ist erst die Spitze des Eisbergs für exzessive RPG-Fanatiker, denn sobald ihr die Klasse eines Kämpfers in ihrer Gänze gemeistert habt, steht es euch frei, eine neue der weit über 100 Klassen zu erlernen, wobei ihr jegliche erlernte Fähigkeiten beibehaltet. Der Haken? Euer Charakter muss einmal mehr auf Stufe eins beginnen, was oben erwähnte Team-Attacken umso wertvoller macht.

Damit ihr immer genügend Feinde zur Hand habt, könnt ihr von Laharls Schloss aus jederzeit einen bereits abgeschlossenen Kampf erneut aufnehmen, wobei das Spiel sogar Buch über jede Schlacht führt. Doch darüber hinaus habt ihr von dort aus Zugang zu allen Geschäften und dem kostenpflichtigen Hospiz, wobei euch Disgaea sogar fürs Geld ausgeben mit besserem Angebot und kleinen Geschenken belohnt. Ruft ihr hingegen die Dark Assembly, eine Art Senat des Bösen ein, könnt ihr Petitionen zur Abstimmung einreichen, um mehr Geld oder bessere Items zu erhalten, wobei ihr unschlüssige Mitglieder mit kleinen Geschenken auf eure Seite ziehen könnt oder einfach alle Nein-Sager mit der Spitze eures Schwertes bekannt macht. Hier heuert ihr auch neue Bewerber für eure Gruppe an und schaltet so nach und nach Klasse um Klasse frei.
Doch damit nicht genug, dürft ihr doch auch die Item-Welt besuchen. Jedes Item in Disgaea, sei dies nun eine Waffe, ein Accessoir oder auch nur ein einfacher Heiltrank trägt in sich seine eigene, von Monstern bevölkerte Dimension, in welche ihr jederzeit hineinspringen könnt. In einer Reihe von zufallsgenerierten Dungeons trefft ihr so nicht nur auf immer stärker werdende Gegner, sondern erhöht dabei auch nach und nach die Stufe eures Gegenstandes.
Es gibt also viel zu tun in Disgaea und nicht selten vermittelt Afternoon of Darkness weniger den Eindruck eines story-basierten Spiels, sondern eines Tummelplatzes, wo ihr mit den beinahe grenzenlosen Möglichkeiten, die euch die Entwickler in die Hände legen herumalbern könnt. Vor allem aber macht Disgaea in allem was ihr tut eine Menge Spass und bleibt selbst nach dutzenden von Stunden motivierend. Allerdings steckt in jeder Komponente so viel Tiefgang und Komplexität, dass sich Genre-Neukömmlinge durchaus überfordert fühlen können, zudem dürfte die anime-typische Präsentation manche Spieler abschrecken.
Game Info
- Genre: Strategie-Rollenspiel
- Entwickler: Nippon Ichi Software
- Publisher: THQ, Koei
- Spieler offline: 2
- Releasedatum: 13.12.2007 (erschienen)




