
Final Fantasy
Final Fantasy Test / Review
Mitte der 80er Jahre stand ein bis dato wenig bekanntes Entwicklerteam aus Japan kurz vor dem finanziellen Ruin, als man sich für ein allerletztes Projekt entschied, welches das Studio entweder aus der Misere befreien oder endgültig deren Schicksal besiegeln sollte. 20 Jahre später ist aus dem kleinen Entwickler einer der grössten Publisher Japans geworden und der einstige Strohhalm, an den man sich geklammert hatte, wuchs zu einer der erfolgreichsten Videospiel-Reihe aller Zeiten heran.
Die Rede ist natürlich von Final Fantasy und obwohl das Original auf dem NES nie seinen Weg in europäische Gefilde gefunden hat, durfte man sich auch hierzulande bereits über einige Remakes und Portierungen des Rollenspielklassikers freuen. Im Rahmen der Feier zum 20 jährigen Bestehen der beliebten Serie dürfen nun auch PSP Besitzer in die Welt von Bahamut und Co. abtauchen, müssen aber feststellen, dass trotz neuerlicher Überarbeitungen in Sachen Präsentation der Zahn der Zeit nicht spurlos am Klassiker vorbeigezogen ist.
So galt zwar die Geschichte zur damaligen Zeit als ungewöhnlich komplex und emotional, wirkt im Vergleich mit modernen Rollenspielen nun aber zu weiten Teilen absehbar, wobei das Ende jedoch nach wie vor einen interessanten Twist bietet. Bis ihr jedoch dort angekommen seid, müsst ihr eine Gruppe vom Schicksal Auserkorener zu den vier legendären Kristallen der Erde, des Feuers, des Wassers und des Windes führen, um die von der Dunkelheit befallene Welt in gleissendes Licht zu tauchen. Unnötig zu erwähnen, dass die Schergen des Bösen euch auf euren gefährlichen Pfaden auflauern, doch davon lässt sich eure wackere Truppe natürlich nicht abschrecken und folgt munter ihrem vorbestimmten Weg.
Bevor ihr euch aber in euer Abenteuer stürzen könnt, müsst ihr zunächst eure Heldentruppe zusammenstellen, was einer der wenigen gleichermassen einzigartigen wie interessanten Aspekte von Final Fantasy darstellt. Jeder eurer vier Helden ist mit einer von sechs Klassen vertraut, die sich im Verlauf des Spiels zudem weiterentwickeln lässt. Jedoch ist die zu Beginn getroffene Wahl endgültig, weshalb ein guter Mix aus Krieger, Mönch, Dieb sowie Schwarz-, Weiss- und Rotmagier von entscheidendem Vorteil ist. Je nach Klasse stehen euch unterschiedliche Zauber und Rüstungsgegenstände zur Verfügung und einer der wenigen Reize, den Titel mehrmals durchzuspielen bleibt die riesige Kombinationsfähigkeit der sechs Klassen.
Einmal im Spiel wird aber schnell klar, dass das in die Jahre gekommene Gameplay sein Alter nicht verbergen kann, gleichermassen aber die Herzen der Nostalgiker höher schlagen lässt. Die riesige Weltkarte verbindet Lokalitäten von Interesse wie idyllische Dörfer und monsterverseuchte Höhlensysteme, während natürliche Barrieren wie Gebirgszüge und Flüsse die Erkundungsfreiheit zunächst einschränken. Im weiteren Verlauf aber öffnet sich euch die Weltkarte nach und nach, bis ihr schliesslich mit dem Luftschiff, einem Markenzeichen der Serie, das ultimative Transportvehikel in eurem Besitz findet.
Im Vergleich mit modernen Genrevertretern lässt euch Final Fantasy auf euren Erkundungen enorm viel Freiheit, was aber nicht unbedingt positiv verstanden werden sollte, denn trotz offenem Weltdesign ist euer Weg extrem linear. Was genau ihr zu tun habt, ist jedoch nur selten offensichtlich und wandert ihr nicht selten unbeholfen umher, auf der Suche nach eurem nächsten Ziel. Dies wäre nur halb so schlimm, wäre da nicht die unverständlich hohe Rate an Zufallskämpfen, denen ihr euch immer wieder stellen müsst. Oft trennen euch nur zwei, drei Schritte vom nächsten Gefecht, was nicht nur eure Geduld enorm strapaziert, sondern auch den Drang zum Erkunden im Keim erstickt.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: Square Enix
- Publisher: Koch Media
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 07.02.2008 (erschienen)



