
Patapon
Patapon Test / Review
Patapon ist wohl eines der innovativsten Spiele, die seit längerem ihren Weg auf die PSP gefunden haben. Dabei kommen grafische Gemeinsamkeiten mit dem nicht minder ungewöhnlichen LocoRoco nicht von ungefähr, entsprang der farbenfrohe Titel doch ebenfalls den Köpfen der jetzt unter dem Namen Interlink tätigen Entwicklerstube. Wie zuvor LocoRoco dürfte Patapon nicht jeden Spieler begeistern können, doch wer ungewöhnlichen Spielkonzepten offen gegenüber steht, wird diesen Titel so schnell nicht mehr beiseite legen wollen.
Doch was ist Patapon? In Genre-Terminologie ausgedrückt, würde man das Spiel wohl als Sidescroller- Musik-Strategie-Göttersimulation mit Rollenspiel-Aspekten bezeichnen, hauptsächlich vermischt es aber die Grundlagen der Echtzeit-Strategie mit den melodischen Button-Kombos von Rhythm-Games wie DDR. In der Rolle eines allmächtigen Götterwesens gebt ihr dabei buchstäblich den Takt an, wenn es darum geht, euren Kriegerstamm von mit Gliedmassen versehenen Augäpfeln in rund 30 Missionen zu neuem Ruhm zu führen. Ein Konzept so bizarr wie genial.
Das einst stolze Volk der Patapons hatte nämlich schon bessere Zeiten erlebt, doch nachdem ihr Allmächtiger vor Jahren verschwand und seine Trommeln in alle Winde verstreut wurden, verblassten die alten Geschichten von Heldentaten und Eroberung und wurden schliesslich zu Legenden und Mythen. Nach Jahren der Unterdrückung durch die verfeindeten Zigoton, rappelt sich der Krieger Hatapon hoch und begiebt sich auf die Suche nach den vier Trommeln, bis er erschöpft auf den verschollenen Allmächtigen trifft... euch. Motiviert durch eure schiere Anwesenheit macht sich eine Kriegerschar unter eurer Führung auf, die heiligen Trommeln zurückzuerobern, so dass ihr sie schliesslich nach Erdend geleiten könnt, wo ES wartet. Um herauszufinden, was ES ist, müsst ihr aber durch das Königreich der Zigoton wandern und unzähligen Gefahren die Stirn bieten, bis ihr am Ende die alten Legenden erneut erfüllen könnt.
Gesteuert wird euer Trupp nur indirekt mit verschiedenen Tasten-Kombinationen, die ihr im Takt mit dem Hintergrund-Beat eingeben müsst. Zu Beginn stehen euch nur Quadrat- und Kreis-Taste zur Auswahl, mit denen ihr eure Mannen angreifen beziehungsweise nach vorne stürmen lässt. Im späteren Spielverlauf findet ihr jedoch die beiden Trommeln passend zu Dreiecks- und X-Button, sowie weitere Lieder, welche euch die zusätzlichen Kommandos Verteidigen, Rückzug und Aufladen eines Angriffs in die Hände legen. Im vier Viertel Takt teilt ihr den Patapons so abwechselnd eine Aktion zu und schaut dann zu, wie die kleinen Kerle fröhlich singend ihrer Aufgabe nachgehen.
Glücklicherweise sind die fünf Kommandos einfach zu merken und gehen schnell ins Blut über, denn solltet ihr auch nur einen Takt auslassen, stehen eure verwirrten Kämpfer kurzzeitig völlig schutzlos ihren Feinden gegenüber. Unnötig zu erwähnen, dass solche Untätigkeit möglichst vermieden werden will, insbesondere da das Fortführen einer längeren Kombo eure Armee in ein Tanzfieber verfallen lässt, welches ihre Kämpferfertigkeiten entscheidend verbessert. Ohne diesen Fever Modus konstant aufrecht zu erhalten, dürfte so manch spätere Mission überaus fordernd werden und wer glaubt, nach dem entspannten LocoRoco einen ähnlich einfachen Titel vorzufinden, wird überrascht sein, wie ernst sich der Strategie-Aspekt trotz der farbenfrohen Präsentation nimmt.
Game Info
- Genre: Strategie
- Entwickler: Interlink
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 25.02.2008 (erschienen)




