Dragoneer's Aria

Dragoneer's Aria Test / Review

Dragoneer's Aria scheint auf den ersten Blick vor allem auf langjährige Rollenspiel-Fans zugeschnitten zu sein, strotzt es doch nur so vor Clichés, die aus dem ein-mal-eins der RPG Fibel  stammen könnten. Doch auch die hartgesottensten Spieler werden sich mit dieser zähen Mischung aus endlosem Level-Grind und vorhersehbarer Handlung schwer tun.

Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich die Geschichte vorrangig um Drachen und deren Beschützer, die Dragoner, denn irritierenderweise gleichen die für gewöhnlich mächtigen und gefürchteten Flugechsen hier eher einem Haufen schwächlicher Salamander. (Der extrem feminin aussehende) Valen ist dabei der neueste Zuwachs in die Riege der Drachenritter, doch bevor die Einführungszeremonie protokollgemäss durchgeführt werden kann, taucht aus heiterem Himmel der schwarzer Drache Nidhogg auf, welcher nach alter Legende vor langer Zeit seinen heiligen Artgenossen Grinlek besiegte und dessen Macht dabei in sechs Drachen geteilt wurde. Mit Nidhoggs Rückkehr aus dem Exil sind die sechs Feuerspeier natürlich erneut in Gefahr und Valen wird ausgesandt, nach den schuppigen Kerlchen zu sehen, doch hinter den Kulissen scheinen weitere Machenschaften ihren Lauf zu nehmen. Zunächst nur mit Heilerin Euphe an seiner Seite, schliessen sich dem jungen Dragoner im Verlauf des Spiels ausserdem Piratenbraut Mary und Elfenwächter Ruslan an, deren Suche nach der Wahrheit sie durch das ganze Land führen wird.

Dabei ufert der Plot leider in einer oft allzu berechenbaren Weltrettungs-Orgie aus, bei der natürlich auch die Weichen für die fast obligatorische Liebesgeschichte schon früh gestellt werden. Die clichéhaften Charaktere stellen aber nicht mal die grösste Hürde dar, wenn es darum geht, den Spieler in die Handlung zu ziehen. Vielmehr sorgen vor allen Dingen die öden Zwischensequenzen schnell für Desinteresse und sogar Verwirrung, da nie sofort klar ist, was die bescheiden animierten Aktionen der Protagonisten eigentlich darstellen sollen.

Bedauerlicherweise kann das Gameplay ebenso wenig auf ganzer Linie überzeugen, auch wenn einige originelle Konzepte zumindest etwas frischen Wind in den ansonsten wenig innovativen Titel zu bringen versuchen. So besitzt jedes eurer vier Party-Mitglieder eine ausserhalb der rundenbasierten Kämpfe einsetzbare Fähigkeit, um beispielsweise die Lebenspunkte aufzufrischen oder sich kurzzeitig schneller fortbewegen zu können, um den durch fliegende Augäpfel repräsentierten Gefechten ausweichen zu können. Allzu oft solltet ihr den Scharmützeln aber nicht ausweichen, da die Stärke eurer Recken selbst mit normalem Durchlaufen und -kämpfen der Höhlensysteme, Waldwege und Baumwipfel schnell hinter jene eurer Feinde zurückfällt und die Gruppe oft gezwungen wird, die eine oder andere Ehrenrunden einzulegen, um mit der späteren Gegnerschaft mitzuhalten.

Umso schlimmer daher, dass das elend schleppende Kampfsystem bereits nach kürzester Zeit den Geduldsfaden zu strapazieren beginnt. Grund dafür sind besonders die ewig in die Länge gezogenen und dabei lächerlich unspektakulären Animationen, die mit jeder Aktion wie das Ausführen einer Nahkampf-Attacke, einer Fähigkeit oder eines Zaubers verbunden sind. Das Zaubersystem ist hingegen erfreulich gut gelöst und erinnert an den Materia-Gebrauch aus Final Fantasy VII: Jedes Ausrüstungsstück besitzt eine gewisse Anzahl Sockel, in welche die zum Zaubern benötigten Lusce platziert werden. Benutzt ihr einen entsprechenden Zauber, steigt dessen Level nach und nach, so dass bald stärkere Versionen freigeschaltet werden. Ähnlich verhält es sich mit den Dragon Orbs, welche jeder neue Charakter mit sich bringt und diesem einige Elementar-Attacken zur Verfügung stellen, um insbesondere Gegner mit schwachen Resistenzen schneller zu besiegen.

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Game Info

  • Genre: Rollenspiel
  • Entwickler: Hit Maker
  • Publisher: THQ
  • Spieler offline: 4
  • Releasedatum: 14.02.2008 (erschienen)

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