
Star Ocean: Second Evolution
Star Ocean: Second Evolution Test / Review
Mit dem Remake des PlayStation Klassikers Star Ocean: The Second Story tätigt Square Enix' langjährige Rollenspiel-Reihe den zweiten Ausflug auf die PlayStation Portable und während der Zahn der Zeit seine Spuren am ersten Teil hinterlassen hatte, unterhält Star Ocean: Second Evolution auch heute noch tadellos.
Mitunter dafür verantwortlich ist ein gelungener Plot rund um eine breite Palette interessanter Charaktere, der trotz etwas zähem Auftakt einige überraschende Wendungen bereit hält. Dabei stellt euch das Spiel gleich zu Beginn vor die Wahl zwischen den zwei Hauptfiguren, Fähnrich Claude C. Kenny der intergalaktischen Föderation und Sohn des aus dem Vorgänger bekannten Ronyx, sowie Rena Lanford, ein magiebegabtes Mädchen, das in einem kleinen Dorf auf dem Planeten Expel lebt. Das Schicksal der beiden Charaktere verknüpft sich, als Claude bei einer Forschungsmission aus Versehen ein interplanetarisches Portal öffnet und unverhofft in die Nähe von Renas Heimatdorf auf dem abgelegenen Himmelskörper transportiert wird, dessen Einwohner ihn bald als prophezeiten Helden willkommen heissen wollen. Zwar wird die Verwechslung zur Enttäuschung vieler schnell aufgedeckt, doch der gestrandete Claude entschliesst sich dennoch, zusammen mit Rena einen kürzlich eingeschlagenen Meteoriten zu untersuchen, der einen übersinnlichen Einfluss auf seine Umgebung auszuüben scheint.
Zweifellos der interessanteste Aspekt von Second Evolutions Geschichte ist der sich an mehreren Stellen zweiteilende Handlungsstrang, bei dem ihr je nach anfänglicher Charakterwahl Claude oder Rena auf ihren unterschiedlichen Wegen begleitet, während die Erlebnisse des Partners erst beim zweiten Anlauf ergründet werden können. Die übergeordnete Handlung bleibt davon zwar grösstenteils unbetroffen, doch insbesondere die unterschiedlichen Gefährten, die sich euch je nach Spielweise anschliessen, verleitet durchaus, die UMD nach erstmaligem Durchspielen noch nicht im Regal verstauben zu lassen. Zumal wie bei allen Vertretern der Serie auch hier wieder zahlreiche Nebengeschichten zwischen den Protagonisten in Gang gebracht werden können, welche den sympathischen Charakteren nicht nur mehr Profil verleihen, sondern auch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Enden entlohnen. Allerdings kommt die Geschichte besonders zu Beginn nur schleppend in Fahrt und strapaziert mit endlosen Dialogen und wenigen Interaktionsmöglichkeiten die Geduld merklich. Nachdem die erste Hürde genommen ist, gleichen sich die Anteile von Gameplay und Story glücklicherweise besser aus, doch zwischendurch kommt es dennoch immer wieder zu Passagen, bei denen teilweise über eine halbe Stunde lang ein Dialog dem andern folgt.
Spielerisch wie technisch unterscheidet sich der Titel kaum vom PSP Remake des ersten Teils und wer First Departure sein Eigen nennt, wird ob identischer Menüführung, Bezeichnungen, Kampfsystem und Spielaufbau eine Reihe an Déjà Vus erleben. Auch die Spielstruktur bleibt im erwarteten Rahmen und zumeist reist eure Gruppe aus bis zu acht Gefährten über die nach wie vor hässliche und von Pop Ups geplagte Weltkarte zwischen Städten, Dörfern und Dungeons hin und her, erfüllt allerlei Aufgaben in der Hoffnung auf Unterstützung für euer Abenteuer und macht dabei allerlei Monstern und Banditen den Gar aus. Das exzessive Backtracking, welches den Vorgänger unnötig in die Länge gezogen hatte, bleibt einem hier dankbarerweise erspaart, was dem Spielfluss insbesondere im Hinblick auf die häufigen Zufallsgefechte deutlich zu Gute kommt.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: tri-Ace
- Publisher: Square Enix, Koch Media
- Spieler offline: 1



