
Soulcalibur: Broken Destiny
Soulcalibur: Broken Destiny Test / Review
Bis zum Erscheinen von Tekken 6 dauert es noch über einen Monat – allen Beat’em Up Fans kommt deshalb der Release von Soulcalibur: Broken Destiny mit Sicherheit mehr als gelegen. Nicht zuletzt, da der direkte PS3-Vorgänger Soulcalibur IV Bestnoten einheimsen konnte, sollte Soulcalibur: Broken Destiny aber weit mehr als nur ein Lückenbüsser sein...
Sieht man Soulcalibur IV in seiner ganzen optischen Pracht über den heimischen TV flimmern, kann man sich nur schwer vorstellen, wie dieses Erlebnis ohne einschneidende Abstriche auf die PlayStation Portable gebracht werden soll. Doch bereits nach dem ersten Schlagabtausch in einer der Soulcalibur-Arenen wird man eines besseren belehrt. Der Detailreichtum und die Texturqualität wurde zwar im direkten Vergleich zu Soulcalibur IV verständlicherweise schon deutlich gedrosselt – die Charaktere und Umgebungen sehen den PS3-Vorbildern auf dem kleineren Bildschirm der PSP jedoch zum Verwechseln ähnlich. Dazu tragen auch die butterweichen Animationen, ein beachtlicher Effektreichtum sowie die stets hohe Bildrate bei. Grafisch bewegen sich die Entwickler deshalb zweifelsohne auf Augenhöhe mit optischen Top-Titeln wie Burnout Dominator oder God of War: Chains of Olympus.
Vielleicht wurde Bandai-Namco auch deshalb die Ehre zuteil, Sonys Spartaner Kratos (Titelheld der God of War Serie) vor seinem offiziell dritten Abenteuer in der Kämpferriege begrüssen zu dürfen. Im Gegensatz zu den Gastauftritten der Star Wars Figuren in Soulcalibur IV passt der muskelbepackte Glatzkopf perfekt zu den übrigen, altertümlichen Waffennarren. Seine typisch brachialen Moves wurden zudem vorbildlich in das ausgewogene Gameplay integriert. Zusammen mit dem zweiten Neuling namens Dampierre, welcher einen eher aussergewöhnlichen und gleichzeitig frischen Kampfstil vorweisen kann, ergibt sich eine grosszügige Auswahl von 28 unterschiedlichen Fightern.

Der erste Blick ins Hauptmenü dürfte aber viele Genre-Fans vor den Kopf stossen. Ein Arcade-Modus, der bisher wohl noch in fast jedem Beat’em Up zu finden war, fehlt bei Soulcalibur: Broken Destiny gänzlich. Als "Ersatz" wartet der Modus "Prüfungen": Hier ist das generelle Ziel, durch gelungene Aktionen (seien es Angriff, Konter oder Blocks) eine möglichst hohe Anzahl von Wertungspunkten zu ergattern. Je nach Einstellung geschieht dies in einer festen Anzahl von Runden oder solange, bis das letzte Quäntchen Lebensenergie durch feindliche Treffer verbraucht wurde. Wer lieber einzelne Matches bestreitet, kann dies über die Auswahl "Schnelles Spiel". Nach der Charakterwahl warten in einer virtuellen Lobby verschiedene CPU-Gegner darauf, von euch (hoffentlich) so richtig vermöbelt zu werden.
Abseits dieser beiden Varianten bietet sich dem Einzelspieler bloss noch der "Spiessrutenlauf". Der Name hört sich leider nicht bloss nach wenig Spielspass an, sondern das Ganze entpuppt sich im Grunde bloss als über 90 Stufen umfassender und mit kurzen Story-Fetzen verfeinerter Trainings-Modus. Für Neulinge mag dies anfänglich vielleicht durchaus eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, spätestens nach den ersten 20 Stufen bricht die Motivation wohl aber bei jedem anspruchsvolleren Spieler unwiderruflich in sich zusammen.
Game Info
- Genre: Beat'em Up
- Entwickler: Project Soul
- Publisher: Bandai Namco
- Spieler offline: 2
- Releasedatum: 25.08.2009 (erschienen)




