
Gran Turismo
Gran Turismo Test / Review
Eine gefühlte Ewigkeit mussten wir auf die PSP-Version von Gran Turismo warten! Seit Anfang 2006 erstmals von Gran Turismo 4 Mobile die Rede war, jagte eine Terminverschiebung die Nächste. Am 1. Oktober wird nun aber "The Real Driving Simulator" endlich auf der portablen PlayStation seine Premiere feiern.
Spätestens als Kazunori Yamauchi vor einigen Monaten an der E3 ankündigte, dass Gran Turismo für die PSP nicht eine abgespeckte Version von Gran Turismo 4 sondern ein vollwertiger Serienteil sein wird, wurde die Vorfreude der zahllosen Fans ins unermessliche gesteigert. Allein die Eckdaten liessen jedem Konsolen-Rennfahrer schlicht nichts anderes übrig, als sich den 1. Oktober mit einem dicken Rotstift im Kalender zu markieren: 800 unterschiedliche Wagen, 35 Strecken in insgesamt 60 Variationen und eine Bildrate von 60 Frames pro Sekunde haben wohl selbst die kritischen Naturen an einen echten Rennspiel-Hit glauben lassen. Weniger sollte man von einem echten Gran Turismo auch keinesfalls erwarten!
Seit dem ersten Teil zähle ich mich zu den echten Fans der Rennsimulation aus dem berühmten Entwicklerhaus Polyphony Digital. Allein mit dem vierten Teil verbrachte ich gemeinsam mit Kollegen etliche Nachmittage vor dem TV, bis wir auch beim letzten Ausdauerrennen die Spitzenposition belegten. Nicht zuletzt deshalb waren meine Erwartungen an Gran Turismo für die PSP selbstredend enorm hoch. Sehr zu meinem persönlichen Bedauern kann das Spiel diesen aber kaum standhalten. Zwar wurden die Versprechungen in Bezug auf Fahrzeug- und Streckenzahl voll und ganz eingehalten - doch ist dies im Grunde bereits alles, was man auf der UMD findet: Wagen und Strecken.
Es werden mir hoffentlich die meisten Leser zustimmen, dass einem die Vorgänger hauptsächlich aufgrund der zentralen Rennfahrerkarriere und dem damit verbundenen, langsamen Aufstieg in höhere Einkommens- und damit auch Wagenklassen für Wochen vor die PlayStation fesseln konnten. Zusammen mit dem Leistungstuning des geliebten Fuhrparks war ein stetiger Karrierefortschritt garantiert und das Absolvieren der zahllosen Rennevents wurde schnell zur echten Herzensangelegenheit. Denn nur wer wirklich an seinen Fähigkeiten arbeitete und genügend virtuelle Rennerfahrung vorweisen konnte, durfte letzten Endes die wirklich heissen Geschosse in seine eigenen Garage stellen. Eine bessere Motivation gibt es wohl kaum.
Genau am Mangel dieser Motivation krankt Gran Turismo auf der PlayStation Portable. Dafür verantwortlich ist zweifelsohne das Fehlen eines Spielmodus, welcher nur annähernd an den geschickt aufgebauten Karrieremodus der Vorgänger erinnern würde. Auf der PSP beschränkt sich die Auswahl an Spielvarianten ausschliesslich auf Einzel-, Zeit- und Drift-Rennen. Abhängig von der Platzierung, Rundenzeit oder Punktzahl winken unterschiedlich hohe Preisgelder sowie ein Aufstieg im Fahrerranking von der Klasse D bis zu Klasse S, welches für jeden der insgesamt 60 Streckenvarianten einzeln bestimmt wird. Je höher ihr durch Erstplatzierungen in den tieferen Klassen bereits aufgestiegen seid, umso stärkere CPU-Gegner dürft ihr herausfordern und umso mehr Bares kassiert ihr für Siege. Der Spielfortschritt beschränkt sich damit ausschliesslich auf den zuvor erwähnten Klassenaufstieg sowie das Scheffeln von möglichst vielen Krediteinheiten zum Kauf der zahllosen Personenkraftwagen. Einzig die fast schon legendären Lizenztests der Vorgänger sind in leicht veränderter Form wieder zu finden. Da es aber keine Rennevents mit Lizenzbeschränkungen gibt, wurde der Modus kurzerhand in "Fahrherausforderungen" umgetauft. Abgesehen von weiteren Moneten auf dem Konto bringen euch bestandene Herausforderungen jedoch keinerlei Belohnung wie zusätzliche Autos oder ähnliche Goodies.
Game Info
- Genre: Rennspiel
- Entwickler: Polyphony Digital
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 4
- Releasedatum: 01.10.2009 (erschienen)




