
LittleBigPlanet
LittleBigPlanet Test / Review
Media Molecules PS3-Erstling heimste dank seines "Play, Create, Share" Prinzips mit bedienungsfreundlichem Level-Editor und tausenden von Spieler-Kreationen massig Innovationspreise ab. Die PSP-Version wird ähnliches kaum wiederholen können, denn die Entwickler von Sony Cambridge beschränken sich vor allem darauf, den gleichen Zauber und Charme des Originals in portabler Form aufzubereiten. Mission geglückt, kann man nur sagen, denn trotz fehlendem Frische-Bonus gehört Sackboys Abenteuer auch auf Sonys Handheld zur Spitzenklasse.
Dabei ist LittleBigPlanet keinesfalls eine direkte Kopie des Originals. Sämtliche der rund 25 Story-Level sowie die freispielbaren Minigames, wie man sie auch aus der PS3-Vorlage kennt sind komplett neu und schicken Sackboy (oder Sackgirl), Media Molecules knuddliges Maskottchen, erneut von Kontinent zu Kontinent. Die Reise führt vom Australischen Outback über orientalische Märchen aus 1001 Nacht bis ins Hollywood-inspirierte Tinsel Town, wo man Hauptdarsteller seines eigenen Films wird. Selbst ein Abstecher in die Schweiz lässt sich Sackboy nicht entgehen. Das Design der Umgebungen ist dabei spielerisch wie optisch mindestens genauso abwechslungsreich und bezaubernd wie beim grossen Bruder und behalten ihren teilweise bizarren, zusammengeflickten Look bei.
Überhaupt ist es erstaunlich, wie wenig Einbussen der Titel auf der wesentlich leistungsärmeren PSP in Kauf nehmen musste. Natürlich kaschiert der kompaktere Bildschirm viele der kleinen Unterschiede bis man selbst Sackboys putzige Garderobe von weitem kaum noch erkennen kann, doch technisch wie artistisch muss man sich weder hinter der PS3 Vorlage noch der aktuellen PSP-Konkurrenz verstecken. Level sind vollgepackt mit liebevollen Details und bunten Stickers, die Spielphysik, noch immer zentraler Gameplay-Aspekt für viele Puzzle, verhält sich sehr intuitiv und Sackboys Sprungsteuerung, welche viele als etwas zu lose erachteten, wurde leicht angepasst. Negativ fallen nur vermehrte, kurze Ruckler auf, welche in falschen Momenten schon mal den Spielfluss stören können, ausserdem sollte man seine PSP nicht während eines Levels ausschalten, da beim Weiterspielen oft nicht nur die Bildrate leidet, sondern zumindest bei mir das Spiel am Levelende nicht zurück ins Hauptmenü wechseln wollte.
Mit diesen Vorkehrungsmassnahmen lässt sich LBP aber auch auf der PSP vorbehaltslos geniessen. Die eigentliche Handlung, ein Treffen der Meisterschöpfer von LittleBigPlanet zu organisieren, ist erneut nicht mehr als Mittel zum Zweck, doch das meisterliche Leveldesign sowie witzige Charaktere, auf die man auf seinen Reisen trifft, sind Motivation genug. Grösster Unterschied zur PS3-Version ist, dass Sackboy nur auf zwei Ebenen zwischen Vor- und Hintergrund wechseln kann, während im Original noch eine Mittlere zur Verfügung stand. Theoretisch schränkt es zwar den Levelaufbau etwas ein, in der Praxis merkt man davon aber wenig, zumal viele der späteren Abschnitte noch heimtückischer und schwieriger sind, als selbst die letzten Level auf der PlayStation 3. Daher kommt es auch wie gerufen, dass man auf ein Lebenlimit verzichtet hat und an den grosszügig verteilten Checkpunkten nur noch einen Teil seiner gesammelten Highscore-Punkte verliert.
Game Info
- Genre: Jump&Run
- Entwickler: Media Molecule
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 17.11.2009 (erschienen)
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 5 MB




